Kundgebung am 2. Februar um 18 Uhr auf dem Postplatz

Erster Dresdner KneipenchorBaranButzOffbeat CooperativeOffbeat Cooperative für VielfaltBürgerbühne Dresden

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Weitere Infos

Eingeladen sind alle Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Initiativen oder Institutionen, die sich für eine offene Kultur der Kommunikation auch in unserer Stadt einsetzen und Migranten und Flüchtlinge in ihrer Stadt willkommen heißen.

Es wird ein buntes Programm mit Reden für eine offene Willkommenskultur geben, der Dresdner Kneipenchor singt, die Bands BaranButz und Offbeat Cooperative werden auftreten, die Bürgerbühne zeigt eine Performance und der Platz wird von Straßenkünstlern bespielt sein.

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All citizens, associations and institutions, that support an open culture of communication across our city and welcome migrants and refugees in Dresden, are invited to take part.

Apart from several speeches promoting an open welcoming culture, the colourful programme will include performances by Dresdner Kneipenchor, the bands BaranButz and Offbeat Cooperative, Bürgerbühne Dresden as well as various street artists.

Flüchtlinge in Dresden

Auch im Neuen Jahr laufen Menschen durch unsere Stadt und lassen unter dem Vorwand, eine christliche Kultur beschützen zu wollen, derer sie selbst offenbar kaum mächtig sind, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gegenüber Flüchtlingen freien Lauf.

Neben den Organisatoren, neben rechten Gruppen, Nazis, Hooligans laufen auch Menschen mit, die keiner dieser Gruppen direkt zuzurechnen sind. Sicher, diese sind keine Nazis. Aber sie sind Mitläufer. Sie sorgen dafür, dass dieser Begriff nach vielen Jahren wieder konkret und unmittelbar erfahrbar wird. Ohne die Nazis der 1930er Jahre hätte es keine Zerstörung Dresdens gegeben. Ohne die Mitläufer der 1930er Jahre hätte es ebenfalls keine Zerstörung Dresdens gegeben.

Als die Stadt am 13. und 14. Februar 1945 bombardiert wurde, war sie voller Flüchtlinge. Diese waren in der Stadt nicht allgemein willkommen. Nach dem Bombardement wurden zudem viele Dresdner zu Flüchtlingen und machten an anderen Orten oder auch innerhalb ihrer Stadt als Ausgebombte ähnliche Erfahrungen.

Heute ist Dresden eine wieder verhältnismäßig reiche Stadt. Gemessen an der Situation 1945 und auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist die Anzahl der Flüchtlinge wie überhaupt von Migranten in der Stadt verschwindend gering.

Kaum ein Dresdner von Heute kennt die Situation als Flüchtling und die Not am Ende des letzten hiesigen Krieges noch aus eigener Erfahrung.

Statt sich aber der Situation der eigenen Eltern oder Großeltern zu erinnern, statt zu fragen, was zu tun sei, damit die heutigen Flüchtlinge in der für sie fremden Umgebung und Kultur heimisch werden können, statt zu überlegen, wie mit Problemen, Missverständnissen oder auch Gefahren umgegangen werden kann und sollte, folgen nun Nachfahren der damaligen Flüchtlinge diffusen Ängsten vor Fremden, stehen öffentlich für Ablehnung, ja letztlich sogar Feindseligkeit gegenüber Menschen, die heute vor den Grausamkeiten von Krieg und religiösem Fanatismus geflohen sind.

Es gibt aber auch viele andere Stimmen von Menschen, die gern bereit sind, sich in einen Austausch mit Flüchtlingen und Neuangekommenen zu begeben. Kunst und Kultur bieten da besonders geeignete Mittel, um Distanzen zu überwinden. Das gemeinsame Erleben und Mitgestalten von Kunst und Kultur verbindet Menschen in Dresden auf kreative Art und Weise – egal, ob sie schon länger hier wohnen oder als Flüchtlinge eben erst ankommen. Öffnen wir unsere Türen für sie und nehmen sie in unsere Mitte auf! Reichen wir Ihnen die Hand zur gemeinsamen Zukunft!

Das wird unsere Stadt verändern, und wir wissen heute noch nicht genau, wie sie in zehn oder zwanzig Jahren aussehen wird. Aber: Nur wer aufgeschlossen und positiv nach vorn schaut, hat gute Chancen, die Zukunft kreativ mitzugestalten. Die Veränderung kommt ohnehin.

Haushalt beschlossen – mehr Geld für Kultur und Kreative!

Am 11.12.2014 hat der Stadtrat den kommenden Zwei-Jahreshaushalt für Dresden mit Rot-Grün-Rot-Oranger Mehrheit beschlossen. Mit über 1 Million Euro mehr für die Kulturförderung der freien Szene und Vereine ist die von der Verwaltung vorgesehene Kürzung damit in etwa ins Gegenteil verkehrt worden. Dazu kommen noch 180.000 Euro für Kreativräume in Dresden. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und ein schöner Erfolg für alle, denen Kultur und Kreativität in Dresden wichtig sind! Herzlichen Dank an die Stadträtinnen und Stadträte, die dies ermöglichten!

Wir vom Netzwerk Kultur Dresden haben in den vergangenen Monaten darauf aufmerksam gemacht, wie nachteilig sich Kürzungen der kommunalen Kulturförderung auswirken würden – weit in Bereiche der freiberuflichen Künstlerszene, der Kreativwirtschaft und des Tourismusgewerbes hinein. Unseren Aufruf “KULTUR FAIR FINANZIEREN IN DRESDEN!” haben inzwischen mehr als 750 Kulturinstitutionen und Bürger unterschrieben. Eure Unterstützung hat das Netzwerk gestärkt und Entscheidungsträgern und Öffentlichkeit gezeigt, dass Kultur und Kreativität auch aus Eurer Sicht wichtig für Dresden sind. Herzlichen Dank auch an Euch!

Wir vom Netzwerk Kultur Dresden sind der unbedingten Meinung, dass Kultur und Kreativität als wichtig wahrgenommen werden, weil sie in Dresden sehr viel bewegen: Sie bieten ein vielfältiges kulturelles Angebot, das sowohl bei Einheimischen Identität stiftet, als auch bei Gästen für ein positives Bild sorgt. Sie liefern kreative Ideen für eine dynamische wirtschaftliche Entwicklung und bieten nicht zuletzt zahlreiche Inspirationen für ein friedliches Zusammenleben in unserer Stadt. Die Aufstockung der Mittel für Kultur und Kreativräume ist aus unserer Sicht für die zukünftige Entwicklung von Dresden gut angelegtes Geld.

Die derzeitigen Konflikte in Dresden, von Pegida geschürte Ängste vor Überfremdung, verschwindende Kreativräume in verdichteten Quartieren, abgehängte Stadtviertel mit sozialen Problemen etc. zeigen aber auch, dass wir alle in der Pflicht sind, uns aktiv in die weitere Gestaltung unserer Stadt einzubringen. Es gibt noch viel zu tun, damit wir Dresden uneingeschränkt die schönste sächsische Landeshauptstadt der Welt nennen können!


Marcus Oertel (Autor)
Jana Betscher
Frank Eckhardt
Magnus Hecht
für das Netzwerk Kultur Dresden

Nürnberg stärkt die Freie Kulturszene

Im Oktober hat der Kulturausschuss der Stadt Nürnberg weitere finanzielle Unterstützung für Institutionen der freien Kulturszene beschlossen. Somit stehen nun mehr Gelder für die Projektförderung und Impulsförderung, sowie für feste Haushaltsstellen für bestimmte Institutionen zur Verfügung. Eine Nachricht, die wir hoffentlich bald auch aus Dresden verkünden können!

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Netzwerktreffen am 8.12.2014

Das nächste Treffen findet am 8. Dezember um 18 Uhr in der Motorenhalle (Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden) statt.

Wie schon beim letzten Treffen am 24.11 werden dann wieder weitere Entwicklungen des Netzwerks diskutiert und neue Pläne gefasst, die letztendlich die angemessene Finanzierung von Kultur und Kreativität emröglichen sollen.

SELBSTVERSTÄNDNIS

Das offene und spartenübergreifende Netzwerk Kultur Dresden steht für kulturelle Vielfalt und deren Weiterentwicklung in der sächsischen Landeshauptstadt. Wir vereinen als Plattform von über 60 freien Kulturinstitutionen und -initiativen äußerst vielseitige Erfahrung und Kompetenzen, bündeln Interessen und setzen diese gemeinsam durch.

Seit der Gründung des Netzwerks im Jahre 2014 engagieren wir uns für faire Arbeitsbedingungen in der Kulturbranche, einschließlich der weiteren Erhöhung der städtischen Mittel für freie Kulturarbeit, für größere Transparenz in der Kulturpolitik und für Weltoffenheit in Dresden.

Zusammen mit Kultureinrichtungen der Kommune und des Landes sowie der Kreativwirtschaft fördert das Netzwerk Kultur Dresden das zivilgesellschaftliche Engagement und die Kultur des demokratischen Diskurses. Damit schaffen wir Möglichkeiten, gemeinsam Visionen für das künftige Zusammenleben in unserer Stadt zu entwickeln.

(24.11.2015)

 

Netzwerk Kultur Dresden

Als im Sommer publik wurde, dass der Finanzbürgermeister eine Streichvorgabe von 580.000 EUR allein im Bereich der freien Kulturförderung in den Haushaltentwurf geschrieben hat, spätestens als zudem bekannt wurde, dass dieser Entwurf den Segen der Bürgermeister_innen erhalten hat, war klar, dass die zweijährliche herbstliche Diskussion zum nächsten Doppelhaushalt auch im Bereich der freien Kulturförderung eine besonders spannende wird.

Im Jahr 2015 hat sich die Landeshauptstadt das Motto „Dresden. Weltoffene Stadt der Kreativen“ gegeben. Dieser Anspruch muss erst einmal eingelöst werden. Nicht nur durch Rücknahme der Kürzungen bei den freien und den städtischen Kultureinrichtungen. Sondern zudem durch eine faire Förderung bzw. Budgetierung, die – bei aller Eigenverantwortung der Kultureinrichtungen – ausreichend und tarifgerecht bezahltes Personal ermöglicht und ein vernünftiges Maß an Sach- und Betriebskosten bereitstellt. Außerdem muss die Wirtschaftsförderung der Stadt Förderstrukturen auch für die kleineren „Kreativen Unternehmer_innen“ schaffen.

Denn das breite, bunte und vielfältige kulturelle Leben in Dresden schreibt man sich politisch gerne auf die offiziellen Fahnen. Doch unter welchen Umständen und mit welchem Einsatz durch alle Beteiligten in und um die Kultureinrichtungen dieses gestemmt wird, das wird gerne übersehen.

Um diesem wichtigen Faktor im gesellschaftlichen und wirtschaftlichem Leben Dresdens die ihm gemäße Bedeutung zu verschaffen, gründete sich im Sommer das »Netzwerk Kultur Dresden«, der Zusammenschluss von Kulturinstitutionen, Kreativwirtschaft und vielen Einzelpersonen.

Es wird also ein spannender Herbst werden.

Der Aufruf der Dresdner Kreativen bezieht sich auch auf die Initiative der Kulturpolitischen Gesellschaft: kultur_fair_foerdern_(KuPoGe)

Jana Betscher
Frank Eckhardt
Magnus Hecht
für das Netzwerk Kultur Dresden

Postplatzkonzerte

Postplatzkonzerte

Kunst und Kultur überwinden Grenzen, Musik verbindet!

Neugier schützt vor Intoleranz, Aufklärung und Gespräche bauen Vorurteile und Unwissen ab. Eine Diskussion in Achtung voreinander kann zum bürgerschaftlichen Dialog werden, wir brauchen mehr davon in Dresden.

Die Postplatzkonzerte sind eine Plattform zum Zusammenkommen, Kennenlernen und gegenseitigen Austausch. Jeden Montag wird ein Thema in den Mittelpunkt gestellt, das durch Redebeiträge aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und diskutiert wird. Musik von Bands, Chören und Solokünstlern spiegeln unsere Kultur wieder, lockern das Programm auf und schaffen gute Stimmung.

Auf den Postplatzkonzerten wird Weltoffenheit, Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit nicht nur propagiert, sondern von friedlichen, respektvollen und freimütigen Menschen gelebt!

Every monday a rally will be held at 7 p.m. at Postplatz, Dresden.

The invitation goes out to all people living in and around Dresden who want to demonstrate for unconditional human rights, religious freedom and against discrimination.

The rally will last an hour and will be accompanied with cultural contributions and short speeches.

The networks Dresden für Alle and Netzwerk Kultur Dresden as well as dedicated citizens are the organizers of the event. We kindly ask all social interest groups from culture, business, sports, religion and politics to join our call and invite their members.

www.postplatzkonzerte.deTwitterFacebook

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Aufruf: KULTUR FAIR FINANZIEREN IN DRESDEN!

KULTUR FAIR FINANZIEREN IN DRESDEN!
Situation der freien Kulturszene in der sächsischen Landeshauptstadt

Die kulturelle Vielfalt Dresdens gehört zum alltäglich gelebten Selbstverständnis und ist Wirtschaftsfaktor der Stadt. Dresden hat diese Vielfalt verdient. Was ist jedoch mit jenen, die seit Jahren diese Vielfalt hervorbringen und mitgestalten?

Wir, die Vertreter der freien Kulturszene, arbeiten mit Herzblut für die geistige Auseinandersetzung, künstlerische Aneignung und kulturelle Bildung in der Stadtgesellschaft aus unterschiedlichen Sicht- und Arbeitsweisen. Wir flankieren und ergänzen in erheblichem Maße die Kulturarbeit der städtischen Einrichtungen und fügen ihr vor allem Facetten hinzu, die für das Kulturleben einer Stadt wie Dresden unverzichtbar und zum internationalen Aushängeschild geworden sind. Wir erzielen einen hohen Regionaleffekt bei der Realisierung von Projekten, indem wir maßgeblich Aufträge an Dresdner Wirtschaftsunternehmen vergeben und mit internationalen und überregionalen Besuchern den Tourismusstandort Dresden stärken.

Seit vielen Jahren wird in Politik und kulturpolitischem Diskurs in Dresden neben der Notwendigkeit der Kultur an sich auch die Bedeutung von Kulturaktivitäten betont, die insbesondere auf ehrenamtlichem Engagement sowie auf der Arbeit von Freiwilligen, Freiberuflern, Praktikanten und Angestellten in freien Kulturträgern beruht. Der Kulturentwicklungsplan zeigt diesen hohen Stellenwert von frei getragener Kunst und Kultur in unserer Stadt auf.

Dieser gesellschaftlichen Wertschätzung und politischen Beteuerung, wie bedeutend die Schaffung kulturellen Mehrwertes für die Stadt Dresden sei, widersprechen die in der freien Kultur gezahlten Arbeitsentgelte.

Freiberufliche – z.B. Künstler, Kursleiter, Techniker – sind in der Regel deutlich unterbezahlt. Die angestellten Mitarbeiter erhalten im Durchschnitt nur zwei Drittel des Gehalts, das ihnen nach Qualifikation und Arbeitsleistung gemessen an einer Entlohnung im öffentlichen Dienst zustehen würde. Gerade Teilzeitangestellte verdienen, rechnet man die Überstunden hinzu, für ihre Arbeitsstunden mitunter weniger als den Mindestlohn. Die außerordentlich hohe Zahl von unbezahlten Überstunden in den Einrichtungen macht die die Arbeits‐ und Lohnsituation massiv verschärfende Stellenproblematik deutlich. Die Arbeit von Praktikanten kann oft nicht vergütet werden.

Dem sei hinzugefügt:
Wer als Freiberufler trotz Qualifikation und Fähigkeiten Honorare unter dem wirtschaftlichen Minimum hinnehmen muss, riskiert die Absicherung über die Künstlersozialkasse, ist oft auf ergänzende Hilfen aus dem Sozialsystem angewiesen und perspektivisch von Altersarmut bedroht. Auch Angestellte in der freien Kultur sind auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen.

Wir fordern:

•  Aufstockung der Fördermittel für eine adäquate Honorierung für Freiberufler bei geförderten Projekten

•  Aufstockung der Fördermittel, damit freie Kulturträger Freiberufler adäquat honorieren können

•  Aufstockung der Fördermittel, damit freie Kulturträger angestellte Mitarbeiter tarifgerecht
entlohnen können (wie im Jugend- und Sozialbereich bereits realisiert),

•  Aufstockung der Fördermittel, damit freie Kulturträger Praktikanten gesetzeskonform vergüten können

•  Aufstockung der Fördermittel, damit freie Kulturträger realistische Arbeits- und Stellenpläne umsetzen können

Damit sich Dresden als würdige Kulturhauptstadt in Europa zeigen kann, muss sie die Lage ihrer freien Kulturschaffenden deutlich aufwerten und die Voraussetzung für faire Arbeits- und Produktionsbedingungen schaffen. Nicht mit Worten, sondern mit umgesetzten demokratischen Beschlüssen!

Statt eines Ausblicks:
Die Landeshauptstadt deklariert das Jahr 2015 zum Themenjahr „Dresden – weltoffene Stadt der Kreativen“ und plant im Kulturhaushalt eine Kürzung um mehr als eine halbe Million Euro.

Wir rufen die kulturpolitischen Entscheidungsträger in unserer Stadt auf, eine Reduzierung des Kulturetats nicht zuzulassen und ihre Verantwortung für die Daseinsvorsorge der Kreativen wahrzunehmen! 

Hier der Aufruf zum download: AUFRUF_KULTUR_FAIR_DRESDEN